Mobbing auf der Strasse

November 1, 2017

Du und Dein Auto... Du und Dein Werkzeug der Mobilität... Ihr seid ein tolles Gespann... denn mit der gefühlten "Sicherheitsschale aus Stahl, Aluinium, Kunsstoff, Leder, Glas, Kupfderdrähten, Prozessoren und Gummi" um sich herum fühlt sich das nach einer starken und anymen Kombination an. Quasi Harte Schale, weicher Kern... wobei der "weiche" Kern die harte Schale öfters mal als Mobbing-Instrument der Strasse missbraucht... So erlebe ich das zumindest gelegentlich auf meinem Pendler-Weg.

 

Wie komme ich ausgerechnet auf die Formulierung des "Mobbings"?

Ich stelle mir den Strassenverkehr manchmal zum Spass als "Fussball- oder Eishockey-Mannschaft" oder eben als "Firma"vor.

Verfolgen wir mal den Gedanken der "Firma":

- Dabei ist jeder Verkehrsteilnehmer ein Angestellter, welcher ein Ziel verfolgt...

- Der Lenker muss die Arbeit des "Vorwärtskommens" verrichten

- Das Fahrzeug, welches gelenkt wird, ist das Arbeitswerkzeug

- Die Strasse, ist die Infrastrukur, welche zur Verfügung steht, um seine Arbeit zu verrichten.

 

Jeder Lenker (oder in diesem Fall "Mitarbeiter") verfolgt sein eigenes, persönliches Ziel:

So schnell wie möglich an ein Ziel gelangen

Diese Ziel verfolgt er, wie bereits erwähnt, nur für sich. Und genau dieses alleinige, persönliche Ziel eines jeden birgt das Potential für das "Mobbing auf der Strasse".

Mobbing gibt es zwar auch in Firmen, wird dort aber bekämpft und viele Firmen versuchen vorbeugend ein schlechtes Arbeitsklima, und so das Mobbing zu verhindern. Wie geht das?

Der Unterschied zum Strassenverkehr und dessen (in meinem Beispiel genannten) "Mitarbeiter" haben wir Firmen ein gemeinsames Ziel. Dieses "gemeinsame" Ziel ist z.B. eine Struktur, eine Firmen-Strategie, Markenwerte und damit verbunden auch ein Verhaltenskodex. Dies verhindert, dass eine Firma unstruktiert und jeder Mitarbeiter für sich vorgeht.

 

Nun, im Strassenverkehr ist das eben nicht so. Jeder Verkehrsteilnehmer ist gefühlt ein Widersacher, der mich daran hindert, schnell an mein Ziel zu gelangen. Lastwagen, Traktoren, Anhängerzüge, "Schleicher" und und und werden of als "Gegner" gesehen, da diese nicht mit der Geschwindigkeit unterwegs sind, wie ich selber gerne vorwärts kommen würde. Sie hindern mich also dran, dass ich MEIN Ziel nicht so erreiche, wie ich dies tun könnte, wenn ich alleine wäre.

Die Harte Hülle ist mein Schutz davor, dass diese vermeintlichen "Gegner" und "Bremser" mit mir in Berührung kommen können. Und dann wird die Hemmschwelle, andere zu Drangsalieren und zu Mobben natürlich auch kleiner.

 

Wir sollten den Gedanken, dass es ausschliesslich ein persönlichen Ziel gibt, meiner Meinung nach über Bord werfen.

Wir sollten alle ein gemeinsames Ziel verfolgen:

Gemeinsam so schnell wie möglich an ein Ziel gelangen

Dies zu erreichen würde aber bedeuten, dass ich viel mehr Rücksicht nehmen müsste.

Leider aber fühlt es sich unterwegs auf unseren Strassen nicht gerade an, als ob die jeder gerne tun würde. Lieber drängeln und "fahrend parken", links fahren und sich dabei der Illusion hingeben, dass dies der schnellere Weg sei, um an SEIN Ziel zu kommen.

 

Würden wir alle als "Partner" oder in meinem Beispiel als "Kollege" betrachten, würde dies nicht nur dazu führen, dass wir einander respektieren, sondern dass wir gemeinsam uns dessen bewusst würden, dass wir gemeinsam so schnell unterwegs sind, wie der langsamste Verkehrsteilnehmer. Dieses Bewusststein würde zu einer gewissen Akzeptanz führen. Und diese Akzeptanz würde zu Ruhe führen.

Was spricht denn dagegen, dass wir dies tun?

Weil jedes individuum ein EGO besitzt:

- Jedes EGO hat eine eigene Wahrnehmung.

- Jedes EGO hat seine individuelle Persönlichkeit

- Jedes EGO hat eine eigene Interpretation von moralischen und ethischen Werten

- Jedes EGO hat Emotionen

- Jedes EGO verfügt über eine schwankende Laune

... ich könnte noch  viel mehr aufzählen.

Fakt ist, dass jeder Verkehrsteilnehmer mit seinem persönlichen Ziel in seiner eigenen "Konfiguration" unterwegs ist.

Ich glaube nicht, dass sich jeder dessen bewusst ist.

Wäre sich jeder dessen bewusst, würde die oben erwähnte Akzeptanz von selbst kommen, da jeder weiss, dass der andere auch sicher und schnell an seinem Ziel ankommen will. Und wenn alle dann auch den jeweils anderen denkt, um selber einen Vorteil zu erlangen, haben wir plötzlich ein "Teamwork" auf der Strasse. Frei nach dem Motto: Ich akzeptiere, dass Du langsamer bist und der andere akzeptiert selber, dass er langsamer ist und macht Platz, sobald er kann.

 

Leider aber wird auf der Strasse fleissig gegeneinander gearbeitet, gemobbt, gedrängelt, geflucht, gestikuliert, gelichtupt und und und.

Nur weil jeder für sich denkt, dass er eine harte Schale hat und somit sein eigenes Ziel härter gewichtet, als jenes der anderen.

 

Ich freue mich auf den Tag, an welchem unser EGO durch das automatisierte Fahren völlig entkräftet werden wird. Aber das, meine lieben Freunde, werde ich in einem anderen Blogeintrag behandeln.

 

Ich wünsche allen eine gute und unfallfreie Fahrt.

 

Euer Kay

 

 

 

 

 

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